Archiv der Kategorie: Computer & Peripherie

ACTA, SOPA, PIPA

Ständig nehme ich mir vor, öfter Nachrichten zu sehen, eine Zeitung zu abonnieren und mich generell mehr auszukennen, mit dem, was in unserer Politik und Wirtschaft so vor sich geht. Doch in letzter Zeit fiel es mir überhaupt nicht schwer. Das Thema SOPA hatte es mir angetan. Es ist sicher nicht der erste Gesetzesentwurf, bei dem man sich an die Stirn fasste, und ernsthaft an der geistigen Potenz unserer Politiker zweifelte. Aber als realistischer PC-Spiele bin ich mir auch bewusst, wie gerne diese und ähnliche Themen zum Wahlkampf aus dem Hut gezaubert werden. Doch blickt man mal hinter die Fassade, des eigentlichen Ziels von SOPA & Co tun sich erschreckende Aufgründe auf, die JEDEN Menschen, der auch nur ein Fünkchen Interesse am Fortbestehen des Internets besitzt, interessieren sollten. Und umso mehr ich versucht habe mich mit meiner Umwelt über dieses Thema zu unterhalten, umso mehr stellte ich fest, dass die Leute

a) Keinen Plan hatten wovon ich rede und

b) sowieso der Meinung waren, dass man ja nichts dran ändern könne.

Zu b): *seufz* Ja, wir kennen das. Uns passt vieles nicht in den Kram. Mir zum Beispiel geht es partout nicht in den Kopf warum ich GEZ Gebühren zahlen soll, wenn ich sowohl Radio, als auch Fernsehen boykottiere und verabscheue. Mal ehrlich, letztens jemand nachmittags ZDF gesehn? Da geben sich Hobby- und Starköche in Sendungen wir „Topfgeldjäger“ und „XYZ kocht“ die Klinke in die Hand. Oder der Tatort. Schön und gut, den sehen wohl viele Leute, aber ich nicht. Warum also soll ich dafür zahlen, dass mit Bayern 3 und Antenne Bayern mir dieselben Lieder seit Jahren um die Ohren schmeißen?

Zurück zum Thema. Vielleicht kann man nichts an der Umsetzung ändern. Doch wenn es soweit kommen sollte, möchte ich wenigstens den Leuten klarmachen, womit sie dich da abfinden.

 

Stop Online Piracy Act (kurz SOPA)

Der Gesetzentwurf ermöglicht es Betreiber von Webseiten zu sperren und gerichtliche Verfügungen gegen diese zu erwirken, wenn diese Urhebergeschützte Inhalte aufweisen. Weiterhin müssen Suchmaschine diese aus ihrem Raster nehmen, Werbung darf auch nicht mehr dafür gemacht werden und Provider die gegen diese Seiten vorgehen wird Straffreiheit gewährt.

 

Anti-Counterfeiting Trade Agreement (kurz ACTA)

ACTA ist ein Abkommen welches weltweit geschlossen werden soll, welches vor allem auf Produktpiraterie abzielen soll. Werden Daten mit urheberrechtlich geschütztem Inhalt im Internet „kopiert“, so kann sowohl der Betreiber der Webseite, aber auch der Provider des Netzes dafür haftbar gemacht werden. Letzter wird auf eine Beihilfe-Funktion festgenaglet, der er sich nur entziehen kann, indem er selbst diese Seiten aus seinem Angebot nimmt.

 

Soweit zur groben Übersicht. aber was bedeutet das für uns? Worauf zielen diese Gesetze ab? Offiziell im Fadenkreuz sind Seiten die beispielsweise Kinderpornographie anbieten. Ebenfalls angegriffen werden Filme-Plattformen wie burning-series oder movie2k. Wie wir wissen, sind diese im Moment solange legal, solange die Betreiber Steuern zahlen und die Server in den richtigen Ländern, ohne entsprechende Gesetze stehen. Spinnen wir die Idee ein bisschen weiter. Serien gibt es nicht nur auf Seiten wie kinox.to oder ähnlichem, sondern auch unserem allseits geliebtem YouTube. Dieses es nämlich eh ein Knackpunkt. Wir alle haben am Beispiel kino.to gesehen, dass ein geschlossene Plattform nicht das Ende von Streaming bedeutet, sondern nur eine Verlagerung. Vielleicht mag auch der ein oder andere seine Meinung geändert haben, und nutzt nun keine solche Portale mehr.

Doch mit SOPA oder ACTA ist eine Webseite wie YouTube vielfältig angreifbar. Zum einen gibt es zahlreiche Serien, teilweise zerschnipselt, Millionen von Videos nutzen unberechtigerweise Musik und wir alle zeigen unerlaubterweise Markenartikel die eigentlich geschützt sind. Wenn also auf eurem selbst gefilmten Gitarrenvideo eines eurer eigenen Songs eine Cola-Flasche vorkommt, oder ein bestimmtes Auto, ist es ein Fall für die Zensur.  Damit aber sowas gar nicht erst ins Internet gelangt, sind eure Internetanbietet aufgefordert sämtliche Datenpakete die ihr rausschickt zu scannen und auf illegale Inhalte zu überprüfen. Solltet ihr also die Rihanna CD, die ihr legal im Laden erworben habt, einem Kumpel via Skype schicken, seid ihr dran. Verlinkt ihr auf Facebook auf eine Seite, seid ihr dran. Merkt ihr was?

Wir haben alle schon den Begriff Vorratsdatenspeicherung gehört. Auch dieser beschönigende Begriff kommt in den neuen Gesetzesentwürfen vor. Da ihr alle wisst, was er in der virtuellen Welt bedeutet, machen wir einfach mal einen Spaziergang nach draußen und überlegen, was dieses Gesetz in der Wirklichkeit bedeuten würde: Wenn ihr einen Brief von einem guten Freund erhaltet, reißt man diesen in einer zentralen Behörde auf, drei Mitarbeiter lesen ihn, scannen ihn nach Auffälligkeiten (und nicht etwa nur nach „Bombe“, „Terror“ und „Heil Hilter“, sondern auch nach allem was es an verwertbaren Daten gibt) und kopieren ihn. Diese Kopie wandert ihn einen Aktenschrank, in dem alle Informationen über euch gespeichert werden. Seid ihr einmal in Verdacht etwas illegales getan zu haben, reißt man diese Schublade auf, um euch fertigzumachen. Da drinnen gibt es auch Tonbänder von euch, wie ihr private Geschichten Freunden am Telefon erzählt, wie lange und mit wem.

Überlegt euch mal ganz genau, ob ihr diese Art von Vorhaben passiv untersützen wollt. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und es gibt (wie auch in der realen Welt) Regeln, an die man sich hält. Doch die größte Erfindung des 21. Jahrhundert mit unfairen Restriktionen zu zensieren, zu beschneiden und in großen Teilen zu verbieten ist nicht nur falsch, sondern unfair. Wie hoch wären wohl die DVD-Verkäufe, wenn wir jedes Mal ins Kino müssten und 5 bis 10€ blechen müssten, um uns einen Film anzusehen? Wie bekannt wären wohl Bands, wenn wir sie nicht aus YouTube kennen würden, als Hintergrund-Musik zu einem x-beliebigen Video? Wie hoch wären die Verkaufszahlen von Videospielen, wenn wir nicht von Torrent-Seiten mal reinschnuppern könnten? Wie beliebt wären MMOs wenn Datenbanken verboten wären, da sie Inhalte des Spiels zeigen?

So wenig wie uns die Rechte an Bild und Ton gehören, genauso wenig gehören den Politikern die Rechte an dem Internet.

 

 

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Robinson Crusoe hatte doch keine Ahnung von der Wildnis des 21. Jahrhunderts

Ich krieche auf allen vieren durch die Wohnung. In meinem Schädel dröhnt es, meine Ohren schmerzen. Durchhalten, nur noch wenige Zentimeter trennen mich von meinem geliebten Ziel.

*240 Stunden zuvor* Mein Vermieter, der 95-jährige Herr Auer: „Griasde eana Herr Hoitsopfee. I woit eana nur song, doos am Micka, dän Neintn, do kemmand d’Handwerka. Don homms aba oan Dog koa Bad ned. Vilächt a zwoa.“

*24 Stunden zuvor* Ein Zettel der städtischen Wasser und Stromversorgung hängt am Gebäudeeingang. Dringende Arbeiten erfordern eine Abschaltung des Stromnetzes von 6.00 bis 8.00. Morgen, am Mittwoch den 9.11.

*1 Stunde zuvor* Radle gerade flott in die Einfahrt des Nelkenwegs, sehe schon von weitem den Sanitärwagen. Endlich, schließlich wurde mir die Renovierung meines Bades schon vor zwei Monaten versprochen. Ich grüße gleich mal den Röhrich-Verschnitt. Springe fröhlich die Treppen hoch, es ist 10 nach 8, ich bin ein wenig zu spät für die Handwerker, aber immerhin ist das Stromnetz wieder hochgefahren. Tür aufgeschlossen, Schlüssel auf den Tisch neben die FritzBox werfen. Doch irgendwas stimmt hier nicht… Sie leuchtet nicht. Könnte es etwa sein…? Lichtschalter an, Lichtschalter aus. Nichts tut sich. Ich stürze entsetzt in mein Hauptzimmer, nichts geht, kein Licht, kein PC, keine Stereoanlage. Aus der Nachbarwohnung dröhnt ein Bohrer. Und ich meine nicht diese Akkuschrauber, die man hört, wenn der Nachbar mal wieder ein Billy zusammenbaut. Ich meine die Art von Bohrer, die im Straßenbau verwendet werden, um die Teerdecke aufzureißen. Die Teile, von denen uns die Werbung suggerieren will, dass es echte Männer braucht, um so ein Teil zu bedienen. Und dass es Spaß macht. Warum sollte es sonst ein Angebot bei Jochen Schweizer geben, so ein Teil eine halbe Stunde bedienen zu dürfen?

Wieviel Stunden sind schon vergangen? Es kommt mir vor wie Tage. Ein Blick auf mein neues Smartphone HTC Sensation verrät mir, dass es nichtmal 10 Minuten waren. Kein Internet. Kein Rechner. Kein Fernsehen. Nichtmal die experimentellen Freizeitaktivitäten wie Nähen gehen nicht. Meine Nähmaschine braucht Strom. Der Handwerkermeister hat mir eben eröffnet, dass sie wohl heute nichts mehr in meinem Bad schaffen, außer vielleicht die Dusche abzubauen. Eine Woche lang wird das Bad nicht funktionstüchtig sein. Ausgeschlossen das Klo. Wie sagte ein Text aus der Uni letztens? „Krasse Diskrepanz“ zwischen den Meinungen. Rastlos such ich nach einer Beschäftigung. HTC schalte ich aus. Das saugt eh extrem viel Akkuleistung. Meine PSP behalt ich mir als Notnagel. Mein Cowon D2+ läuft stattdessen durch, versorgt mich mit angenehmer Musik. Dessen Akku ist ein wahres Monster und spielt aufgeladen locker 50+ Stunden. Laptop Akku ist zwar aufgeladen, aber ich nutze ihn lieber noch nicht. Wer weiß, wie lang das hier alles noch dauert. Selbst wenn der Rechner liefe, das Internet wäre trotzdem nicht da. Robinson Crusoe hatte keine Ahnung wie die Wildnis des 21. Jahrhunderts aussieht, aber ich. Keine Leute um einen rum, kein Internet, kein Rechner, kein Fernsehen. Eine eisige Erkenntnis trifft mich. Was wenn der Zettel nicht 6.00 bis 8.00 bedeutete, sondern 6.00 bis 20.00? Ich will gar nicht weiter darüber nachdenken, aber der furchtbare Gedanke lässt mich nicht mehr los.

Ich hab Durst. Ich gehe in die Küche, der Wasserhahn gibt kein Wasser. Die SodaMax Flasche von gestern hat noch ca. einen halben Liter. Nippe vorsichtig daran, bloß nichts verschütten. Blicke in den Kühlschrank. Nix gutes drinnen. Mache geistesabwesend ihn wieder zu, drehe mich um, und halte inne. War das grad ein kühler Lufthauch? War nicht im obersten Fach Licht?? Ich mache auf dem Absatz kehrt, reiße den Kühlschrank auf, und da ist es. Licht. Licht am Ende des Tunnels. Ich prüfe die Kaffeemaschine, die funktioniert ebenfalls. Lichtschalter auch. Ich sprinte zur WLAN Box, aber die zeigt sich immer noch stumm und leblos. Mein Gehirn beginnt zu arbeiten. Ich hab eine Quelle des süßen Nektars des Himmels gefunden. Jetzt musste ich es nur noch umsetzen.

*Zurück im Jetzt* Auf allen Vieren. Schweiß läuft mir die Stirn runter. In der einen Hand ein Verlängerungskabel – eigentlich nur eine Multisteckdose, aber sie erfüllt ihren Zweck – mit der anderen greife ich nach meiner PC Steckerleiste. Ich verbinde die beiden, und sofort höre ich Geräusche des Erfolgs sich unter den Presslufthammerlärm mischen. Der Drucker erwacht zu leben, der Laptop beginnt mit bunten LEDs zu werfen. Ich springe auf, und hämmer den On-Button. Es läuft. Oh mein Gott, ES LÄUFT!!! Die Quer gespannten, in 1,20 Meter hängenden Stromkabel ignoriere ich geflissentlich. Jetzt fehlt nur noch Internet, aber meine Verlängerungskabel sind alle. So knapp vor dem Ziel droht mein Utopia zu scheitern…

Euphorie. Hände in die Luft werfen, sich auf die Schulter klopfen, hier Hände aneinander reiben. Mit Zange bewaffnet hab ich das ehemalige sauber verlegte Waschmaschinenverlängerungskabel aus der Wand gezogen. Lang genug, um meine Y-förmige Stromleitung zu perfektionieren. Alle Kabel führen nach Rom, oder in meinem Fall in die Küche. Zeit über diese schwierige Zeit einen Blogeintrag zu verfassen…

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„Arbeit Arbeit“, sagte der Peon

Kaum zu glauben, aber eine Woche arbeite ich jetzt hier, bei der Gamestar in München.

Einerseits kommts mir kurz vor, ich denke ständig, ich sei mitten unter der Woche, dabei haben wirs Freitag nachmittag, und ich seh die ersten Kollegen in ihr Wochenende starten. Von Anfang an wurde ich zugebombt mit Arbeit, so wie ich das mag. Nein, mögen trifft den Kern der Sache nicht ganz. Ich LIEBE es. Ich hatte schon fast vergessen, wie befriedigend es ist, Dinge zu erledigen. Als Student hat man diese Freude kaum; man schaufelt Wissen in sich hinein, Wissen von dem man wünscht, es würde nicht existieren, und leise sich sogar fragt, ob es Leute stören würde, wenn dieses Wissen von einem Tag auf den anderen nicht mehr existieren würde.

Hier habe ich mit profanen Dingen zu tun, wie Leserbriefen, in denen ich gefragt werde, warum die Sims-Menschen nicht im Meer baden können. Ja, ihr habt richtig gehört, eine meiner zahlreichen Aufgaben hier ist es, Leseranfragen zum Sims Magazin zu beantworten. Manchmal gehen einem bissige Gedanken durch den Kopf, andere treiben einem die Lachtränen in die Augen. Dann gibt es da natürlich noch die Aufgaben, von denen man immer gehört hat, sie würden das Gesamtarbeitsbild des Praktikanten ausmachen. Wasserkästen aus dem Untergeschoss 2 holen, und dem Büro zukommen lassen. Das macht zwar nicht viel Spaß, aber wenn man was zum Trinken um sich haben will, sollte man es tun.

Und zu guter Letzt, gibts es die RICHTIG befriedigenden Arbeiten. Fehler ausmerzen in Berichten, Zeilen angleichen, Bildunterschriften umschmeißen, Artikel auf inhaltliche Fehler untersuchen. Das klingt nicht so spannend. Ist es auch nicht. Aber dann gibt es da eine Sache, die mich persönlich total flasht. Am Ende jedes Artikels setzt der Korrektor (der Auto kommt ganz vorne hin) sein Zeichen, rotes Viereck mit den Initialen. Und dieses MH dort am Ende hinzusetzen, das fühlt sich an, als wäre mann der Mann auf dem Mond, mit einer kleinen US-Flagge. Vermutlich bemerkt es der 08/15 Erdbewohner / MMO-Gamestarleser nicht, dass dieses kleine etwas zu bedeuten hat, aber das tut es. Zumindest für mich persönlich.

Mein bisher bestes Erlebnis? Einer meiner zahlreichen Chefs (ich glaube in diesem Laden ist jeder mein Chef, dennoch insistiert jeder drauf, ihn Klaus, Peter oder Steffi zu nennen) kam hereinspaziert.

„Hast du um 12 nen Termin?“

Ich verneine.

„Jetzt hast du einen.“

Wie im Film, und da ist der erste Moment im Business. Ich soll mich von 2 Firmenfuzzis berieseln lassen, die wollen unbedingt was über ihr Spiel erzählen. Klar, warum nicht. Die beiden sind Russen, sprechen nur Englisch, sind aber höflich und haben ne nette Flasche Vodka dabei. Und ein paar Überraschungstüten für jeden von uns. Auch für mich, wobei sie vermutlich keinen Plan haben, dass ich der kleinste Fisch hier im Gewässer bin. Tolles Gefühl. Nach geschlagenen 2,5 Stunden (meine Mittagspause war sang- und klanglos untergegangen) entlasse ich die beiden dann. Gehe an dem Tag spät nach Hause, hab sicher 9-10 Stunden geackert, mit ner halben Stunde Mittagspause.

Aber das macht nix. Ich steh drauf. „Arbeit Arbeit“ imitiere ich einen Peon aus einem Fantasy Spiel. Setz die Kopfhörer auf, und geh vergnügt heim. Endlich hab ich wieder was zu tun in meinem Leben.

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Durchschnaufen und eine Hütte voller Nerds

Nach den Geschehnissen der letzten Woche möchte ich meine Meinung zum Thema Studentenleben = Lotterleben revidieren. Soll heißen, dass so ein Student auch mal verdammt hart arbeiten muss. Anfang letzter Woche wurden nämlich die ersten Übungen ausgeteilt. 4 an der Zahl. Hört sich nicht viel an. Bedenkt man, dass pro Übung man mit 2-5 Stunden Arbeit rechnen kann, dann ist das verflucht viel. Und im Gegensatz zu rund der Hälfte meiner Kommilitonen kannte ich mich kein Stück weit mit UML-Diagrammen, Klassen, Methoden, Java oder logischer Mathematik aus.

Aber trotzdem hat mans irgendwie hinbekommen, Leute gesucht, die mehr können als man selbst, hat sich Sachen zeigen, rechnen und programmieren lassen, und irgendwann fiel der Groschen. Und da ist man dann froh, wenn einem eine Konsole ausspuckt, dass „Fahrer Hans in Konstanz erstellt wurde“ und „in das Auto vom Typ Golf eingestiegen ist“. Man ist froh, wenn einem der Übungsleiter am Sonntag morgen auf die Übung anspricht und fragt, ob man das ach so gute UML-Diagramm von der Funktionsweise einer Bank nicht vor der gesamten Übungsgruppe vorstellen möchte.  Man ist froh, wenn man Freitag abend die Übungen hochlädt, und man erträgt es irgendwie leichter, dass die nächsten 4 Übungen zum Download bereit stehen. Aber immerhin hat man an diesem verlängertem Wochenende ein wenig Zeit, sich mal andere Sachen durch den Kopf gehen zu lassen. Zum Beispiel was letztes Wochenende so abging.

Ersti-Hütten-Wochenende WS 2010/2011

Als Ersti hab ich mich natürlich riesig auf die Hütte gefreut. Endlich mal die Leute ein bisschen näher kennenlernen, die man sonst nur von der Seite aus der Vorlesung kennt. Und dafür gings 60 km weiter südlich ins schöne schwizerdütsche Steg, auf eine Hütte am Berg. In Fahrgemeinschaften fuhren wir bis zum Fuß des Berges, ließen die Autos stehen und machten uns mit Rucksäcken an den Aufstieg mit gefühlten 80% Steigung. Nur die wichtigen Mitglieder der Fachschaft (*hust* die Faulen!) durften mit einem Auto direkt bis zur Hütte fahren. Für den Rest der Leute hieß das Laufen. Und da der durchschnittliche Informatiker vom Wandern so viel Ahnung hat wie ein Elch von russischer Philosophie, dauerte es seine Zeit, bis alle die Hütte erreicht hatten. Mittlerweile war es bereits dunkel geworden, und die ersten Biere gingen zischend durch die Runde.

Als lustiges, nettes und absolut soziales Kennenlernspiel wurde eine Runde Mörder initialisiert. Für alle die noch nie in den Genuss dieses Spiels kamen, hier ein kurzer Abriss. Alle Spieler erhalten einen Zettel mit dem Namen ihres Opfers. Getötet wird durch Übergabe eines Gegenstandes vom Mörder an sein Opfer, welcher dann den Zettel seines Opfers erhält und weitermordet. Für die Praxis heißt das, dass niemand mehr einen Gegenstand von jemand anderen mehr nimmt, jeder steckt die Arme unter die Achseln und weigert sich seinen Namen preiszugeben. Und das Spiel dauert die gesamte Hüttendauer. Wie gesagt, sehr sozial dieses Spiel. Da ist dann Kreativität gefragt:

– unter Stöhnen behaupten man habe sich die Hand verbrüht, und der Gegenüber solle doch BITTE schnell den Wasserkocher abnehmen

– beim Kartenausteilen, als freiwilliger Kartengeber fungieren, nur um das Opfer kaltzumachen

– geschickt die Plätze tauschen, so dass man beim nächsten Bierholen seinem Opfer eins kollegial zureichen kann

– neben dem Tischtennistisch stehen und tödlicher Balljunge spielen

– früh morgens dem Morgenmuffel freundlich und gut gelaunt die Safttüte reichen

– nett ne Runde Zigaretten ausgeben

Aber es wurden noch andere Aktivitäten gemacht, außer Leuten Freundlichkeit vorzuspielen um sie umzubringen. So sind wir zum Beispiel am zweiten Tag auf den Gipfel des Berges gewandert, auf einem Weg, bei dem die Bezeichnung „Der schmale Grat“ eine Untertreibung gewesen wäre. Links Steilhang nach unten, rechts Steilhang nach oben. Aber trotz schwierigem Terrain, und haufenweise Laub haben wir den Gipfel erklimmen können und wurden mit einer Hammeraussicht belohnt. Nach einem windigen Gruppenfoto machten wir uns an den Abstieg, diesmal über eine geteerte Straße, auf der uns zahlreiche Radfahrer im gefühlten 0,1. Gang fuhren.

Fotos: Stephan Hedinger

Am Abend gings nach einem hammerleckeren Abendessen zum 2. großen Spiel der Hütte (ja, wir haben ALLE den Spieltrieb!), nämlich die Werwölfe von Düsterwald. Hierbei geht es darum, unter allen Spielern die Werwölfe herauszufinden. Und da wir Informatiker ein trinkfestes Volk sind, kam uns auch bald jegliche Logik im Spiel abhanden, und es wurden einfach diejenigen getötet, die entweder zuviel redeten, zuwenig redeten, die einen Bart hatten, die Frauen waren, die in der Fachschaft waren, die neu am Tisch saßen, die die letzten 5 Spiele auch schon wehrlose unschuldige Bürger waren oder diejenigen, die die letzten 5 Runden auch schon blutrünstige Werwölfe waren. Sprich, alle. Und so ging es Samstag nacht (wohl eher Sonntag morgen) für alle recht spät ins Bett.

Glücklich, müde und echt kaputt gings dann am Sonntag wieder heim Richtung Bodensee. Aber nicht ohne ein dreifaches Lob Lob Lob auf die echt gut von der Fachschaft organisierten Ersti-Hütte.

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Frankfurt spontan

Seit ich denken kann spiele ich Spiele. Nicht nur Brett- und Kartenspiele. Wenn man mich nach Kindheitserinnerungen fragen würde, würde ich mich an Dinge erinnern, wie Monkey Island, Simon the Sorcerer, Das Schwarze Auge, Chewy – Escape from F5 oder Lands of Lore. Wenn ich mich sogar richtig erinnere habe ich mir Schreiben aus dem Grund beigebracht, weil ich den Dos-Befehl wissen wollte um diese ganzen Spiele zu starten.

 

Kein Wunder, dass es mein geheimer Berufswunsch war, wenn man mal groß wäre, Spiele zu entwickeln. Und doch hab ich mich all die Jahre gefragt, ob es sowas überhaupt gibt. Ob man diesen Job einfach ergreifen könne, oder ob es eine Kleinkindvorstellung á la Astronaut war. Um die Frage jemandem stellen zu können, der jede Menge Ahnung hat, habe ich letztes Wochenende zusammen mit einem alten Freund die Making Games Talents 2010 in Frankfurt besucht, eine Rekrutierungsmesse (150 offene Stellen auf 150 Besucher) mit Firmengrößen, bei denen jeder der Ahnung von Spielen hat, zu sabbern beginnt.

Frankfurt erlebte ich am Freitag abend als nass, aber irgendwie herzlich. Pennerpaare die sich gegenseitig verbal fertigmachen, überall riecht es nach Urin, schließlich steht man ja am Hauptbahnhof und Taxis hupen die Radfahrer von den Straßen. Endlich mal wieder Großstadt. Die Nacht verbrachten wir mit ein paar Cidern und zwei Herren aus Leeds in einer Jugendherberge. Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum Messe Gelände, wo wir bereits von einem Catering-Service empfangen wurden.

In einem 20-minütigen Firmensprint (3 Minuten Vorstellung pro Firma) , stellten sich die jeweiligen Firmen bei uns vor, und warum wir uns gerade für sie entscheiden sollen. Schnell wurde in den Präsentationen klar, wie viel Wert die Firmen auf weiche Standortvorteile legten, überall wurde geworben mit Firmenereignissen, Kickertischen und Feierabendevents, die mich spontan an die Veltins-Veierabend-Werbung denken ließen. Anschließend hielt jede Firma einzeln einen 30 minütigen Beitrag über die genaue Firmenpolitik, Strukturierung, Statistiken etc. Währenddessen konnte man in einem separaten Raum ins Zwiegespräch mit den Entwicklern, Personalern und Firmenchefs kommen.

Ich gehörte zwar nicht zu denjenigen die bereits mit einer Bewerbungsmappe wedeln konnten, aber trotzdem ließen sich Gespräche nicht vermeiden. Regelmäßig kamen die Leute auf einen zu, wenn sie grade nicht überrant wurden, und fragten mich nach meiner Ausbildung, nach meinen Berufswünschen. Auf die Art und Weise habe ich bereits jetzt schon Angebote bekommen, bei Firmen in 2 Jahren meine Bachelor-Arbeit zu schreiben, oder bis dahin als Freelancer bei ihnen zu jobben, im Bereich Tester zb. Irgendwie habe ich ständig darauf gewartet, dass jemand meine Kindheitsvorstellungen wie eine Seifenblase platzen lässt, und da nach einer Stunde es immer noch niemand getan hatte, sprach ich den Global Talents Searcher von Crytek (FarCry, Crysis 1&2, Entwickler der CryEngine) auf exakt dieses Thema an.

„I am a Game Designer“, eröffne ich das Gespräch mit einem Zitat aus einem in der Branche bekannten Buch von Jesse Schell. Er lächelt mich an, wir reden. Und reden. Und reden. Es gibt keine Blase. Klar es gibt viel harte Arbeit, aber jemanden der mein Studium zu Ende macht und programmieren kann, der wird händeringend gesucht. Das Mit-am-Spiel-Designen kommt von alleine dazu. Nach einem 6 monatigen Praktikum bei ihnen stehen die Chancen bei 95% Übernahme, wenn ich dabei bleiben will. Ich frage ihn nach den restlichen 5%. Die werden von anderen Spielefirmen abgeworben, für bessere Konditionen meist. Mir hängt die Kinnlade bis zu den Knien. Ich bedanke mich, staube 2 T-Shirts ab und rede ab dem Zeitpunkt mit jeder Firma, mit jedem Personaler.

Jetzt weiß ich, was auf mich zukommt. Ich weiß, was die Firmen von mir erwarten, welche Arbeitsproben ich in den nächsten drei Jahren beschaffen werde, weiß, wie ich Leute von mir überzeugen kann.  Die ersten Zeilen in Jesse Schells Buch „The Art of Game Design“ handeln übrigens genau von dem, wovor ich all die Jahre Angst hatte. Sich in einen Traum verliebt zu haben, der nicht existiert. Die Zeilen sind an einen selbst gerichtet und können als Mantra immer wieder wiederholt werden.

I am a Game Designer.

I AM a Game Designer.

I am a GAME Designer.

I am a Game DESIGNER.

 

Wir werden sehn, was die Zukunft bringt.

 

 

 

 

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Kurios Famos

Lange Zeit war es jetzt still im Blog, seit ich vorletzten Freitag meine Arbeit niedergelegt habe. Aber nur weil man nichts zu arbeiten hat, heißt es schließlich nicht, dass man nichts zu tun hat! So ist es mir gelungen, in meiner ersten Woche als Erwerbsloser (kein Hartz IV!) mir einen wunderbaren WG Platz im schönen Kreuzlingen (dem Schweizer Ortsteil von Konstanz) zu ergattern. Einige meinen, meine Art, die drei Mitbewohnerinnen mit meinem Kuchen im Glas zu bestechen, sei unfair den anderen Bewerbern gegenüber gewesen, finde ich aber nicht. Im Krieg, in der Liebe und bei der Wohnungssuche ist alles erlaubt. Gleich im Anschluss an meinen Aufenthalt in Konstanz ging es weiter zu einem Event, dass sich von Jahr zu Jahr immer mehr zu einem Höhepunkt im Sommer entwickelt.

Das Divinity-Gildentreffen

Die Vorgeschichte dieses netten Wochenendes zwingt mich dazu, ein wenig ausschweifen zu müssen. Im Jahre 2006 (Mann bin ich alt.. *grummel*) gründete sich im bekannten MMO World of Warcraft auf dem Server Anub’Arak die Gilde „Divinity“ aus den drei Kleingilden „Schall und Rauch“, „Imbanatics“ und „Die gute alte Horde“. Unsere Gilde hatte damals schon den Anspruch möglichst sozial zu sein, was vor allem aus dem durchschnittlichen Alter der damaligen Spieler (~30) resultierte. Und weil man beim Spiel miteinander sich im TeamSpeak immer näher kennenlernte, wollte man sich ja auch mal in Realität treffen. Und so gab es 2006 das erste Gildentreffen, damals noch in Belgien (meine lieben Eltern werden sich erinnern, ich hatte mir in den Kopf gesetzt, mit dem Roller die Strecke, etwa 700 km, zu fahren, was ihr mir aber ausgeredet habt. Zum Glück.). 2007, sowie 2008 folgten weitere Treffen in Belgien, ab 2009 wurde das Gildentreffen nach Limburg verlegt, da die meisten unserer belgischen Spieler aufgehört hatten.

Damals schockte mich Nicole mit einer brachialen Umgestaltung meines Autos, was damals etwa so aussah:

Hello Kitty, vorne und hinten, links und rechts. Mit dieser Beschmückung bin ich damals durch ganz Deutschland gefahren, nach einer Zeit gewöhnt man sich daran. Also dachte ich mir nichts böses dabei, als ich sie herausforderte, mir dieses Jahr mal was richtig cooles aufs Auto zu kleben…

Und jetzt mal ganz ehrlich, FINDET IHR DAS COOL?!?!?

Auf den Schock, musste ich mich erstmal hinlegen… Mal sehen, wie lang ich die Puppen auf meinem Auto lasse, spätestens wenn ich in Konstanz bin, wird mir Frani den Schädel abreißen, schließlich teilen wir uns dort das Auto.

Aber es gab auch Momente die tatsächlich Spaß machten, so habe ich wieder mal meinen „Play Mate“ Phil getroffen, der mich auf praktisch allen virtuellen Abenteuer in diversen Welten begleitet. Und nachdem auf der neuen PlayStationPortable auch einige Multi-Player Spiele möglich sind, ließen wir es uns nicht nehmen, am Abend die Konsolen auszupacken und ne Runde Pata Pon (eine Art Rythmusspiel, in welchem man seine Armee nur durch korrekte Trommelrythmen befehligen kann) zu zocken. Auch wenn es komisch ist, zwei (äußerlich) Erwachsenen zuzusehen, wie sie in Klappstühlen sitzen und Diskussionen führen wie:

„Pata Pata Pata Pon“ „Pata Pata Pata Pon“, ANGRIFF!!! also „Pon Pon Pata Pon“ so, jetzt deffen, im Gleichtakt! „Chaka Chaka Pata Pon“ Du hast es versaut MANN!!

Aber natürlich wurden nich nur virtuell die Waffen geschwungen. Nachdem ich mit Larp Geschichten aus diesem Jahr geprahlt hatte, mussten natürlich Taten folgen. Und erwachsene Kinder, die wir nun mal sind, finden schnell ihre Waffen, mit denen sie sich selbst verletzen können (mein „Holzschild“ ist nach drei Schlägen gebrochen und mir auf meinen Füße gefallen, selbst Schuld).

Ein anderes typisches Gildentreffenspielen, war auch diesmal wieder KUBB. Das ist ein Spiel mit Holzklötzen, die gegenüber aufgestellt werden und mit Holzstöcken abgeworfen werden müssen. Zwei Teams spielen gegeneinander und nebenher trinkt man Bier. Gutes Spiel!

Und wer nun denkt, diese Bande aus faulen Säcken hat überhaupt nichts zu tun, außer Bier zu trinken, Spiele zu spielen und zu chillen, dem muss ich sagen, das stimmt so nicht ganz.

Wir können das ganze auch, halbnackt im Fluss mit einem Eis in der Hand!

Aber alles in allem, sind wir, was viele Medien und nicht-spielende Leute vergessen, ein Haufen ganz normaler Menschen, die zwischenmenschlichen Kontakt genauso brauchen, wie jeder andere auch. Also, auf ein neues Gildentreffen 2011!

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Geek am Sonntag

Der Deutsche wäscht Sonntags gerne sein Auto. Weil ich aber nun mal kein typischer Deutscher bin, muss ich was anderes waschen, wenn mir Sonntag morgens langweilig ist. Und was wäre da geeigneter als mein momentanes Flaggschiff in meiner Computer Peripherie (eigentlich wäre es ja mein PC gewesen, aber der ist nun da, wo Bits und Bytes sich gute Nacht sagen), meine G15 von Logitech.  Eine großartige Tastatur mit 54 frei konfigurierbaren Makro-Tasten mit Sofortaufnahme Funktion (beides habe ich praktisch nie benutzt…), jede Menge Multifunktionstasten um auch beim Spielen per Mini-Display auf ICQ zu schreiben, oder aber im Media Player meine Musik zu spielen. Das tatsächliche Highlight der G15 sind allerdings die beleuchteten Tasten (in meiner Orginal-Version blau, inzwischen gibts die nur noch in Vulkan-Orange), welche einem das Spielen in halb beleuchteten Gamer-Kellern erleichtern. Und da eine Tastatur nach 3 Jahren frequentierter Nutzung, nicht mehr ganz sauber aussieht, hatte ich mich entschlossen, sie mal ordentlich zu putzen.

Mit einem stumpfen Messer hebelt man sämtliche Tasten aus, wobei die länglichen noch zusätzlich von einem Minidrahtbügel gehalten werden, der ein gleichmäßiges Drücken der Taste ermöglicht (was man alles lernt, wenn man die Dinge kaputt macht und falsch wieder zusammenbaut…). Sämtliche Tasten werden 15 Minuten lang in einem heißen Bad mit Neutralreiniger eingelegt. Anschließend breitet man die Tasten auf einem sauberen trockenen Tuch aus. Nun säubert man mit einem feuchten Tuch sämtliche Ritzen und dreckige Stellen (bei Spielern beliebte Dreckstellen sind vor allem die WASD-Tasten) und saugt dann die komplette Tastatur und sämtliche Restflüssigkeit auf.  Jetzt beginnt der richtig lustige Part, für alle die gerne Puzzeln. Alle Tasten müssen wieder an die richtige Stelle, wobei man auch auf einige Tasten trifft, die man dreht, dreht, dreht, dreht und nochmal dreht und sich immer noch fragt, was zur Hölle ein Tastendruck auf ihr auslösen könnte. Praktisch ist es hier, ein Foto zu Beginn gemacht zu haben, damit geht man auf Nummer sicher (exakt an dieser Stelle des Eintrages merke ich, dass die Punkt- und die Komma-Taste vertauscht habe, und es fällt mir erst jetzt, also 4 Tage später auf…).  Als die Tastatur nach einer Stunde intensiver Arbeit mit parallel laufenden Friends endlich wieder matt schimmert und nicht vor Dreck und Schmalz glänzt, bin ich froh und zufrieden mit mir.

Am Nachmittag ging es dann zum größten Ritterturnier der Welt, die Rede ist vom Kaltenberger Ritterturnier. Wind und Wetter trotzte ich in meiner mittelalterlichen Kleidung, diesmal mit einer absolut genialen Ledertasche (Bilder folgen), die mir eine Freundin aus Wien hat zukommen lassen. Der anfängliche Regen ließ mich ja noch kalt, ich hatte schließlich meine bewährte Gugel von Schwester Kathi auf, doch als nach zahlreichen Marktstandbesuchen das eigentliche Spektakel beginnen sollte, begann es wie aus Kübeln zu schütten. Schnell waren 5 Euro in eine Regenhaut investiert, die Wunder O Wunder, vermutlich qualitativ ihr Geld wert war. Und dann saß ich da, in der zweiten Reihe, nah am Geschehen, die Arme durch die Ärmel zurückgezogen (die Regenhaut bedeckte leider bloß den Torso, Knie und den Kopf), und beinahe frierend. Aber die Show, die geboten war, machte alles wett. Großartige Reiteinlagen, von denen manche aufgrund des sandig-matschigen Untergrundes schief gingen, versetzten so manchen Zuschauer in Angst und Schrecken. Tolle Kostüme wurden aufgefahren und eine Bühnenshow gab es zu sehen, der man es ansah, dass die Veranstalter bereits viel Erfahrung gemacht hatten. Gut zur Hälfte des Stückes, ließ dann sogar der Regen nach und zum Schluss wagte man es sogar die Kapuzen abzunehmen um noch mehr zu sehen zu bekommen. Alles in allem, trotz Regen ein wirklich sehenswertes Event.

Und zum Schluss eines seit längerem mal wieder ausführlicheren Artikels, noch als kleines Schmankerl, der Kuchen den ich heute gemacht habe.

Titel: Rotweinkuchen
Kategorien: Kuchen, Schokolade
Menge: 16 Portionen

Zutaten:
300     Gramm  Butter
275     Gramm  Zucker
1 1/2      Pack. Vanillezucker
6            Eier
1      Teel. Zimt
1 1/2      Essl. Kakao
180        ml  Rotwein
375     Gramm  Mehl
3/4      Pack. Backpulver
150     Gramm  Raspelschokolade
Butter fuer die Form
Semmelbroesel fuer die Form

Quelle:

Zubereitung:
Butter mit Zucker schaumig ruehren, nach und nach die Eier, Zimt und
Kakao darunterruehren, den Rotwein einruehren, Backpulver und Mehl
unterheben, ebenso die Schokolade. In einer grossen, gebutterten,
mit Broeseln ausgestreuten Bundform bei 180øC auf der mittleren
Schiene ca. 60 Minuten backen.

Erfasst von Petra Holzapfel

Der Kuchen ist sehr leicht zu machen und schmeckt ziemlich gut. Ich habe diesmal kleinere Änderungen am Rezept vorgenommen, so habe ich die Schokolade auf 75g reduziert und statt Rapselschokolade meine Lieblingssorte tiefegekühlt und selbst geraspelt. Zusätzlich habe ich die doppelte Menge gemacht, um 4 Kuchen im Glas zu machen. Einfach 4 Einmachgläser mit Butter ausstreichen, mit Semmelbröseln bestreuen und etwa halbvoll mit Kuchenmasse füllen. Nachdem man die Gläser aus dem Ofen rausgeholt hat, Gummi drauf, Deckel drauf, Klammern drauf und der Kuchen ist wochenlang haltbar und schmeckt immer wie frisch gemacht. Wichtig ist nur, dass der Glasrand frei von Bröseln und von Kuchenmasse ist, wenn man das Glas verschließt.

Na dann, guten Appetit jetzt, und guten Appetit in 3 Wochen wieder^^.

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