Kurios Famos

Lange Zeit war es jetzt still im Blog, seit ich vorletzten Freitag meine Arbeit niedergelegt habe. Aber nur weil man nichts zu arbeiten hat, heißt es schließlich nicht, dass man nichts zu tun hat! So ist es mir gelungen, in meiner ersten Woche als Erwerbsloser (kein Hartz IV!) mir einen wunderbaren WG Platz im schönen Kreuzlingen (dem Schweizer Ortsteil von Konstanz) zu ergattern. Einige meinen, meine Art, die drei Mitbewohnerinnen mit meinem Kuchen im Glas zu bestechen, sei unfair den anderen Bewerbern gegenüber gewesen, finde ich aber nicht. Im Krieg, in der Liebe und bei der Wohnungssuche ist alles erlaubt. Gleich im Anschluss an meinen Aufenthalt in Konstanz ging es weiter zu einem Event, dass sich von Jahr zu Jahr immer mehr zu einem Höhepunkt im Sommer entwickelt.

Das Divinity-Gildentreffen

Die Vorgeschichte dieses netten Wochenendes zwingt mich dazu, ein wenig ausschweifen zu müssen. Im Jahre 2006 (Mann bin ich alt.. *grummel*) gründete sich im bekannten MMO World of Warcraft auf dem Server Anub’Arak die Gilde „Divinity“ aus den drei Kleingilden „Schall und Rauch“, „Imbanatics“ und „Die gute alte Horde“. Unsere Gilde hatte damals schon den Anspruch möglichst sozial zu sein, was vor allem aus dem durchschnittlichen Alter der damaligen Spieler (~30) resultierte. Und weil man beim Spiel miteinander sich im TeamSpeak immer näher kennenlernte, wollte man sich ja auch mal in Realität treffen. Und so gab es 2006 das erste Gildentreffen, damals noch in Belgien (meine lieben Eltern werden sich erinnern, ich hatte mir in den Kopf gesetzt, mit dem Roller die Strecke, etwa 700 km, zu fahren, was ihr mir aber ausgeredet habt. Zum Glück.). 2007, sowie 2008 folgten weitere Treffen in Belgien, ab 2009 wurde das Gildentreffen nach Limburg verlegt, da die meisten unserer belgischen Spieler aufgehört hatten.

Damals schockte mich Nicole mit einer brachialen Umgestaltung meines Autos, was damals etwa so aussah:

Hello Kitty, vorne und hinten, links und rechts. Mit dieser Beschmückung bin ich damals durch ganz Deutschland gefahren, nach einer Zeit gewöhnt man sich daran. Also dachte ich mir nichts böses dabei, als ich sie herausforderte, mir dieses Jahr mal was richtig cooles aufs Auto zu kleben…

Und jetzt mal ganz ehrlich, FINDET IHR DAS COOL?!?!?

Auf den Schock, musste ich mich erstmal hinlegen… Mal sehen, wie lang ich die Puppen auf meinem Auto lasse, spätestens wenn ich in Konstanz bin, wird mir Frani den Schädel abreißen, schließlich teilen wir uns dort das Auto.

Aber es gab auch Momente die tatsächlich Spaß machten, so habe ich wieder mal meinen „Play Mate“ Phil getroffen, der mich auf praktisch allen virtuellen Abenteuer in diversen Welten begleitet. Und nachdem auf der neuen PlayStationPortable auch einige Multi-Player Spiele möglich sind, ließen wir es uns nicht nehmen, am Abend die Konsolen auszupacken und ne Runde Pata Pon (eine Art Rythmusspiel, in welchem man seine Armee nur durch korrekte Trommelrythmen befehligen kann) zu zocken. Auch wenn es komisch ist, zwei (äußerlich) Erwachsenen zuzusehen, wie sie in Klappstühlen sitzen und Diskussionen führen wie:

„Pata Pata Pata Pon“ „Pata Pata Pata Pon“, ANGRIFF!!! also „Pon Pon Pata Pon“ so, jetzt deffen, im Gleichtakt! „Chaka Chaka Pata Pon“ Du hast es versaut MANN!!

Aber natürlich wurden nich nur virtuell die Waffen geschwungen. Nachdem ich mit Larp Geschichten aus diesem Jahr geprahlt hatte, mussten natürlich Taten folgen. Und erwachsene Kinder, die wir nun mal sind, finden schnell ihre Waffen, mit denen sie sich selbst verletzen können (mein „Holzschild“ ist nach drei Schlägen gebrochen und mir auf meinen Füße gefallen, selbst Schuld).

Ein anderes typisches Gildentreffenspielen, war auch diesmal wieder KUBB. Das ist ein Spiel mit Holzklötzen, die gegenüber aufgestellt werden und mit Holzstöcken abgeworfen werden müssen. Zwei Teams spielen gegeneinander und nebenher trinkt man Bier. Gutes Spiel!

Und wer nun denkt, diese Bande aus faulen Säcken hat überhaupt nichts zu tun, außer Bier zu trinken, Spiele zu spielen und zu chillen, dem muss ich sagen, das stimmt so nicht ganz.

Wir können das ganze auch, halbnackt im Fluss mit einem Eis in der Hand!

Aber alles in allem, sind wir, was viele Medien und nicht-spielende Leute vergessen, ein Haufen ganz normaler Menschen, die zwischenmenschlichen Kontakt genauso brauchen, wie jeder andere auch. Also, auf ein neues Gildentreffen 2011!

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Über mich, Computer & Peripherie

4 Antworten zu “Kurios Famos

  1. Silke

    Hach, schön geschrieben :-) Nebenbei bemerkt war uns das Kubb spielen am 2. Tag nur dadurch vergönnt, dass unser aller Ralf neue Kubb-Steine schnitzte, weil die Nachbargäste dachten „Warum liegt da Holz? – das passt doch gut in unser Lagerfeuer“ und des Nachts die Dinger geklaut hatten….

  2. Das Auto! Oh. Mein. Gott.

    Sonst scheint’s ja tatsächlich sehr chillig gewesen zu sein. Gut, dass das Wetter gepasst hat :-)

  3. Geschieht Dir ganz recht, das mit dem Auto!
    Wer Kreuzlingen als Ortsteil von Konstanz bezeichnet, hat eigentlich eine noch härtere Strafe verdient!
    … Bin grad am Überlegen…

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