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ACTA, SOPA, PIPA

Ständig nehme ich mir vor, öfter Nachrichten zu sehen, eine Zeitung zu abonnieren und mich generell mehr auszukennen, mit dem, was in unserer Politik und Wirtschaft so vor sich geht. Doch in letzter Zeit fiel es mir überhaupt nicht schwer. Das Thema SOPA hatte es mir angetan. Es ist sicher nicht der erste Gesetzesentwurf, bei dem man sich an die Stirn fasste, und ernsthaft an der geistigen Potenz unserer Politiker zweifelte. Aber als realistischer PC-Spiele bin ich mir auch bewusst, wie gerne diese und ähnliche Themen zum Wahlkampf aus dem Hut gezaubert werden. Doch blickt man mal hinter die Fassade, des eigentlichen Ziels von SOPA & Co tun sich erschreckende Aufgründe auf, die JEDEN Menschen, der auch nur ein Fünkchen Interesse am Fortbestehen des Internets besitzt, interessieren sollten. Und umso mehr ich versucht habe mich mit meiner Umwelt über dieses Thema zu unterhalten, umso mehr stellte ich fest, dass die Leute

a) Keinen Plan hatten wovon ich rede und

b) sowieso der Meinung waren, dass man ja nichts dran ändern könne.

Zu b): *seufz* Ja, wir kennen das. Uns passt vieles nicht in den Kram. Mir zum Beispiel geht es partout nicht in den Kopf warum ich GEZ Gebühren zahlen soll, wenn ich sowohl Radio, als auch Fernsehen boykottiere und verabscheue. Mal ehrlich, letztens jemand nachmittags ZDF gesehn? Da geben sich Hobby- und Starköche in Sendungen wir „Topfgeldjäger“ und „XYZ kocht“ die Klinke in die Hand. Oder der Tatort. Schön und gut, den sehen wohl viele Leute, aber ich nicht. Warum also soll ich dafür zahlen, dass mit Bayern 3 und Antenne Bayern mir dieselben Lieder seit Jahren um die Ohren schmeißen?

Zurück zum Thema. Vielleicht kann man nichts an der Umsetzung ändern. Doch wenn es soweit kommen sollte, möchte ich wenigstens den Leuten klarmachen, womit sie dich da abfinden.

 

Stop Online Piracy Act (kurz SOPA)

Der Gesetzentwurf ermöglicht es Betreiber von Webseiten zu sperren und gerichtliche Verfügungen gegen diese zu erwirken, wenn diese Urhebergeschützte Inhalte aufweisen. Weiterhin müssen Suchmaschine diese aus ihrem Raster nehmen, Werbung darf auch nicht mehr dafür gemacht werden und Provider die gegen diese Seiten vorgehen wird Straffreiheit gewährt.

 

Anti-Counterfeiting Trade Agreement (kurz ACTA)

ACTA ist ein Abkommen welches weltweit geschlossen werden soll, welches vor allem auf Produktpiraterie abzielen soll. Werden Daten mit urheberrechtlich geschütztem Inhalt im Internet „kopiert“, so kann sowohl der Betreiber der Webseite, aber auch der Provider des Netzes dafür haftbar gemacht werden. Letzter wird auf eine Beihilfe-Funktion festgenaglet, der er sich nur entziehen kann, indem er selbst diese Seiten aus seinem Angebot nimmt.

 

Soweit zur groben Übersicht. aber was bedeutet das für uns? Worauf zielen diese Gesetze ab? Offiziell im Fadenkreuz sind Seiten die beispielsweise Kinderpornographie anbieten. Ebenfalls angegriffen werden Filme-Plattformen wie burning-series oder movie2k. Wie wir wissen, sind diese im Moment solange legal, solange die Betreiber Steuern zahlen und die Server in den richtigen Ländern, ohne entsprechende Gesetze stehen. Spinnen wir die Idee ein bisschen weiter. Serien gibt es nicht nur auf Seiten wie kinox.to oder ähnlichem, sondern auch unserem allseits geliebtem YouTube. Dieses es nämlich eh ein Knackpunkt. Wir alle haben am Beispiel kino.to gesehen, dass ein geschlossene Plattform nicht das Ende von Streaming bedeutet, sondern nur eine Verlagerung. Vielleicht mag auch der ein oder andere seine Meinung geändert haben, und nutzt nun keine solche Portale mehr.

Doch mit SOPA oder ACTA ist eine Webseite wie YouTube vielfältig angreifbar. Zum einen gibt es zahlreiche Serien, teilweise zerschnipselt, Millionen von Videos nutzen unberechtigerweise Musik und wir alle zeigen unerlaubterweise Markenartikel die eigentlich geschützt sind. Wenn also auf eurem selbst gefilmten Gitarrenvideo eines eurer eigenen Songs eine Cola-Flasche vorkommt, oder ein bestimmtes Auto, ist es ein Fall für die Zensur.  Damit aber sowas gar nicht erst ins Internet gelangt, sind eure Internetanbietet aufgefordert sämtliche Datenpakete die ihr rausschickt zu scannen und auf illegale Inhalte zu überprüfen. Solltet ihr also die Rihanna CD, die ihr legal im Laden erworben habt, einem Kumpel via Skype schicken, seid ihr dran. Verlinkt ihr auf Facebook auf eine Seite, seid ihr dran. Merkt ihr was?

Wir haben alle schon den Begriff Vorratsdatenspeicherung gehört. Auch dieser beschönigende Begriff kommt in den neuen Gesetzesentwürfen vor. Da ihr alle wisst, was er in der virtuellen Welt bedeutet, machen wir einfach mal einen Spaziergang nach draußen und überlegen, was dieses Gesetz in der Wirklichkeit bedeuten würde: Wenn ihr einen Brief von einem guten Freund erhaltet, reißt man diesen in einer zentralen Behörde auf, drei Mitarbeiter lesen ihn, scannen ihn nach Auffälligkeiten (und nicht etwa nur nach „Bombe“, „Terror“ und „Heil Hilter“, sondern auch nach allem was es an verwertbaren Daten gibt) und kopieren ihn. Diese Kopie wandert ihn einen Aktenschrank, in dem alle Informationen über euch gespeichert werden. Seid ihr einmal in Verdacht etwas illegales getan zu haben, reißt man diese Schublade auf, um euch fertigzumachen. Da drinnen gibt es auch Tonbänder von euch, wie ihr private Geschichten Freunden am Telefon erzählt, wie lange und mit wem.

Überlegt euch mal ganz genau, ob ihr diese Art von Vorhaben passiv untersützen wollt. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und es gibt (wie auch in der realen Welt) Regeln, an die man sich hält. Doch die größte Erfindung des 21. Jahrhundert mit unfairen Restriktionen zu zensieren, zu beschneiden und in großen Teilen zu verbieten ist nicht nur falsch, sondern unfair. Wie hoch wären wohl die DVD-Verkäufe, wenn wir jedes Mal ins Kino müssten und 5 bis 10€ blechen müssten, um uns einen Film anzusehen? Wie bekannt wären wohl Bands, wenn wir sie nicht aus YouTube kennen würden, als Hintergrund-Musik zu einem x-beliebigen Video? Wie hoch wären die Verkaufszahlen von Videospielen, wenn wir nicht von Torrent-Seiten mal reinschnuppern könnten? Wie beliebt wären MMOs wenn Datenbanken verboten wären, da sie Inhalte des Spiels zeigen?

So wenig wie uns die Rechte an Bild und Ton gehören, genauso wenig gehören den Politikern die Rechte an dem Internet.

 

 

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A Sneak Tribute

Für nun gut ein halbes Jahr hatte ich nun so gut wie jeden Montag eine Verabredung mit dem örtlichen Kino. Nicht etwa, weil jeden Montag ein besonders toller Film im Kino zu sehen war. Viel besser: ein unbekannter Film war zu sehen. Einer der noch nicht einmal im Kino lief (vielleicht noch nicht einmal auf kino.to ?). Der Überraschunsfilm traf einen oft überraschend, positiv wie negativ. Da trafen knallharte Action Filme auf seichte Liebeskomödien, Römer auf Außerirdische, Lesbenmütter auf Sexpaare um die 60+, Hollywoodbankräuber auf kanadische Hinterhofmafia. Und entgegen der eigentlich Meinung, dass man mal Spaß hätte, und mal keinen, war es jedes Mal ein spaßiges Ereignis. Umso schlechter der Film, umso lauter die Unterhaltungen im Publikum über den grottigen Film.

 

Bild von: http://www.critixx.com/wp-content/gallery/news/dwayne-johnson-faster-movie.jpg

 

Okay okay, ich gebe es ja zu, ich hab mich schon ziemlich gefreut, dass mein allerletzer Sneak-Film in Konstanz ein Action Knaller war. Aber von vorne:

 

Gefängnis, der stark tätowierte Held der Geschichte wird entlassen. Vernarbt, sonnengebräunt, muskelgestählt sieht er aus wie einer dieser vielen Vin Diesels, ist aber keiner. So ein Dwayne oder so. Schnurstracks läuft er zu Fuß zum nächsten Schrottplatz wo er ein Rennauto (blitzeblank!) unter einer Decke hervorzieht, zusammen mit einer Waffe und einer Personenbeschreibung. Bei wummernden Beats fährt er über etwas, das genauso gut, die Route 66 sein könnte, geht im selben starren, betonten Gang in ein Bürogebäude und erschießt die Zielperson.

 

Seine Gegenspieler sind zum Einen der achso perfekte Killer, der Yoga zur Perfektion getrieben hat, Athletikspielchen fürs Publikum macht, und mit einer bildschönen Blondine unterwegs ist, die ihm brav beim Verlassen des Hauses die Waffen reicht. Zum Anderen ist da der heruntergekommen Cop, der fixt, eine Frau in Scheidung hat, und einen dicken Sohn, der nicht Baseball spielen kann. (Als der Spruch am Telefon kommt, er solle ja nicht vergessen seinen Sohn zum Baseballspiel zu fahren, stöhnt das Publikum aufgrund der ollen Kamelle auf). Mann um Mann fällt, in des Fahrers (Vin-Dwayne-what-so-ever) Racheakt, der den Tod seines Bruder mit Vergeltung straft. Eine irre Angeberei jagt die nächste Montage, bei der einer der Protagonisten wieder mal seine Waffen ein letztes Mal überprüft bevor er ins Gefecht marschiert.

 

Defintiv ein netter Film, solange man die ganzen Hollywood-Effekte mit einem gewissen Schmunzeln ansieht. Wer auf knallharte Typen, Autoverfolgunsjagden, Schießereien mit blutigem Ende und heißen Frauen steht, sollte diesen Film nicht verpassen. Für alle Anderen heißt es, Finger weg!

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