Der Abend davor, und der Morgen danach

Ich mag meinen neuen Stundenplan. Ganz im Ernst! Die Woche montags um 12.15 zu beginnen, und bereits um 13.45 ausklingen zu lassen, das hat was. Natürlich ist das nicht mein einziger Kurs an diesem Tag. Naja “Kurs” trifft es nicht so ganz. Das abendliche Theaterspielen im Studententheater ist zwar anstrengend, aber als regulären Kurs würde es wohl keiner durchgehen lassen. Nichtsdestotrotz lässt es sich der fleißige Student von heute nicht nehmen, nach getaner Theaterarbeit erstmal in die Stadt zu pilgern, um einen zu heben. Ganz im Sinne der Kunst versteht sich! Darum zog unser munterer Trupp gestern abend in die Bar 13, wo Montags immer Karaoke ist. Welch fabelhafte Gelegenheit dem Lampenfieber zu trotzen, indem man vor versammelter Mannschaft etwas singt. Natürlich kann man sich dabei nicht drücken. Da ich im Stück eine abgeänderte Variante der Evergreen Schnulze “Total Eclipse of the Heart” singen muss, fiel meine erste Wahl auf eben dieses Stück. Trotz einiger Singversuche in der vollbesetzten PT-Cafete, fühlte ich mich noch nicht vollends im Stande, dieses gewagte Experiment in der Öffentlichkeit durchzuführen (sind wir mal ehrlich, die Philosophie-Theologie-Cafete entspricht nicht im Ansatz den Gesetzen der normalen Öffentlichkeit). Nichtsdestotrotz schrieb ich die Schnulzennummer auf einen Zettel und suchte unterdessen nach einer geeigneteren Performance, bei der ich mich besser präsentieren konnte. Schließlich hat man als Schauspieler auch eine gewisse Art… nennen wir es “dignity”. In einem unachtsamen Moment wurde mir jedoch mein Zettel perfide entwendet und auf schnellstem Wege dem DJ zugespielt. Von da an gab es kein zurück mehr.

Die Beine zittern, der Text sitzt nicht, die Melodie scheint alle 1,8 Sekunden aus meinem Gehirn zu entfleuchen. Immerhin steht die Theatermannschaft gesammelt vor einem und jubelt einem Mut zu. Eine von ihnen sieht meine Nervosität (roch meinen Angstschweiß?) und kommt zu meiner Rettung. Gemeinsam verwandeln wir das Lied zu einem Duett, klauen uns Einsätze, schmeißen die schnulzigen Lyrics durch den Raum, dass es schon fast zu einer Freude wird. Der Auftritt ist schneller vorbei als man denkt, und von da an läuft der Abend wieder in gediegenen Bahnen. Kurze Zeit später ist man einer der letzten am Tisch, die anderen müssen größtenteils ihren universitären Dienst bereits wieder um 8.15 des Folgetags antreten. Da habe ich es doch ein wenig besser, fängt mein erstes und letztes Seminar erst um 18.15 an, satte 10 Stunden später. Mit dem Rad geht es gemütlich durch die leeren und dunklen Straßen der Stadt heimwärts. Zuhause angekommen, checke ich noch kurz das Postfach, schließlich erwarte ich ein Päckchen aus den USA. Und tatsächlich, es befindet sich im Briefkasten. Den nächtlich gekauften Döner in der einen Hand, versuche ich das Gut aus dem Briefkasten, der vielmehr den Namen Briefschlitz verdient, zu extrahieren. Erfolglos. Soll sich der Moritz von morgen darum kümmern.

Der Moritz von morgen, der heute der Moritz von heute ist, verzweifelt. Um meine Bredouille zu verstehen, muss ich vielleicht näher auf den Sachverhalt eingehen: das Päckchen ist 25×20 cm groß, und gerade einmal 1,5 cm hoch. Der Briefschlitz selber müsste in etwa die selbe Maße haben, plus einen Milimeter extra. Wie der vermaledeite Postbote es überhaupt schaffen konnte, das Päckchen einzuwerfen ist mir ein komplettes Rätsel. Zu allem Übel ist die Öffnung, wo ich das Päckchen herausziehen KÖNNTE, einen guten Centimeter schmaler, als das Paket. Wie ich auch ziehe und schiebe, das Päckchen bewegt sich nicht. Mit einer Grillzange bewaffnet, versuche ich auf Knien rutschend, die Sendung herauszuziehen. Erfolglos.

Habe die Grillzange gegen chinesische Essstäbchen und eine Schere eingetauscht. Gerade als ich erste Erfolge zu verzeichnen glaube, fährt der Nachbar vor. (Ich mag ihn nicht sonderlich, nachdem er mich einmal beinahe vom Rad gefahren hat, und er lediglich mich grüßte, statt sich zu entschuldigen.) Ob ich einbrechen wolle fragt er. Ich bin mir nicht sicher, was für Einbrecher er kennt, die mit einer Schere und zwei Esstäbchen den Briefkasten aufbrechen wollen. Aber gut, ich lächle, nicke, und mache mich weiter an mein Werk. 30 Minuten später habe ich den störenden Luftpolsterumschlag weitestgehend entfernt, und dadurch wichtige Milimeter gewonnen. Mit einem Stäbchen als Stütze und einem als Hebel mache ich langsam Fortschritte. Das Objekt der Begierde bewegt sich. Wenige Atemzüge später, halte ich es in der Hand. Die ist vom scharfkantigen Briefkasten aufgeschürft und Hautfetzen hängen an diversen Stellen.

Ich glaube ich mache mich vor meiner nächsten Bestellung mit dem Prinzip der Packstation vertraut.

P.S.: Habe endlich eine Verwendung für meine zahlreichen Uniwälzer gefunden. Glätten nun die Kanten des Posters, das sich gegen seine lange Eingesperrtheit wehrt und hässliche Falten wirft.

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Die Bretter, die die Welt bedeuteten

Es ist hart zu beschreiben, was in mir gerade vor sich geht. Es ist eine Leere, die einen gepackt hält und einen nur schwer loslässt. Aber Stück für Stück werde ich die Melancholie los, die Lustlosigkeit. In den letzten Tagen hat mich ein zuvor nie gekannter Nihilismus gepackt. Nichts machte Spaß, nichts machte Sinn, nichts fesselte mich.

Eine Ära ging zu Ende. Gut, eine Ära die realistisch betrachtet nicht einmal einen vollen Monat ausmachte, und dennoch kam es mir vor wie eine kleine Ewigkeit. Am Dienstag lief die letzte Aufführung des “Hinkemann”, einem Theaterstück von Ernst Toller, aufgeführt durch das Germanistentheater der Universität Regensburg. Einen ganzen Monat lang war man tagein tagaus damit beschäftigt eine Rolle zu verkörpern, die einem alles abverlangt, und gleichzeitig alles gegeben hat.

Und nun ist es vorbei. Es dauerte keine 3 Stunden bis unser zugegeben recht spartanisches Bühnenbild abgebaut war. Schwarzer Teppich weg, Requisiten verstaut, Scheinwerfer abgebaut. Alles was den Tag erfüllt hatte, wurde in Boxen verräumt, in dunkle Keller gesperrt, Textseiten wurden dem Altpapier zugeführt, als hätten sie nie existiert. Und doch geistert das Gespenst des Hinkemanns weiterhin in meinem Kopf umher. Mitten in der Nacht wacht man auf, weil man denkt, man hätte die eine Textpassage vergessen. Man redet in Phrasen, die im Stück so viel Sinn machten, und außerhalb der Bühnenwelt so wenig.

Und doch heißt es nun loslassen. Der Alltag mit seinen fast schon merkwürdigen Ritualen, wie dem regelmäßigen Verzehr von Nahrung, kommt langsam wieder. Die Musik hilft einem dabei. Und doch wird es noch eine ganze Weile dauern, bis man wieder ganz der Alte ist… Wobei, wird das überhaupt je wieder der Fall sein? Unsere Umwelt, unsere Erlebnisse prägen uns, soviel steht fest. Die letzten Wochen waren eine großartige Zeit, die ich ganz bestimmt nicht missen möchte. Aber auch die Zukunft wird wieder glückliche Momente bringen, dessen bin ich mir sicher.

Auf bald, Theater, auf bald.

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Einmal vollmachen bitte!

Keiner von uns geht gerne zum Arzt. Wenn wir das nämlich täten, kämen wir uns alle kranker vor als wir sind. Kluge Menschen meiden daher den Arztbesuch, so lange es geht. Ist man dann nämlich erst mal durch die Praxispforten geschritten, finden die Herren in Weiß so allerlei Gesocks, von dem man gar nicht wissen wollte, dass man es hat.

Doch ich machte letztens den Fehler, zu einem Doktor zu gehen. Wegen praktisch einer Lapalie. Wegen Pollakisurie ging ich also zum Arzt. Der verweist mich erstmal ohne weiter drauf einzugehen zum Urologen. Da fängts nämlich schon an: Man geht zum Doktor, im Wissen, dass dieser einem nicht weiterhelfen kann. Dafür drückt man dann gleich mal 10 Euro ab. Nach einer Stunde Warten erhält man dann die gewünschte Überweisung zum Urologen. Der hat aber heute keine Zeit mehr. Klar, dann geht man in der Woche drauf hin.

Da macht man dann gleichmal eine lustige Urinstrahlprobe. Was sich nach einem feuchtfröhlichen Männerabend anhört, stellt sich aber als relativ langweiliges Unterfangen heraus. Man(n) pinkelt in ein Gefäß, und währenddessen misst ein Gerät die Intensität des Strahls. Das ganze kann der Onkel Doktor dann ausdrucken. Große Überraschung, nachdem der Patient – in dem Falle ich – eineinhalb Liter Wasser auf Ex trinkt, kommt zu Beginn ein ordentlicher Strahl, der gegen Ende hin schwächer wird. Doch mit so einer Grafik kommt man natürlich nicht weiter. Also verordnet der Urologe drei Dinge.

1. Nicht so viel trinken!

Klar, hat ja nur dreißig Grad im Schatten, vierzig in der Sonne, und ich radel jeden Tag zur Uni. Nix trinken? Kein Stress! Ist ja nicht so, als hätte ich hin und wieder mal auch während dem Tag Durst…

2. Machen Sie sich nicht so viel Stress deswegen!

Sicher, wenn ich inmitten einer Vorlesung mit 300 Mann sitze und keine Chance hab aufs Klo zu gehen, nene, da mache ich mir keinen Stress, wenn die Blase mal drückt. Ganz entspannt bin ich da!

3. Nehmen Sie die Tabletten hier, aber ich glaube nicht, dass die helfen werden.

Recht hat er. Helfen kein bisschen. Dafür schlagen die “Sehr wahrscheinlich auftretende[n] Nebenwirkungen” ein. Super!

Nachdem der erste Besuch beim Urologen so mega-erfolgreich war, sollte ich in 14 Tagen wiederkommen. Dann ungefähr beginnen auch die Tabletten zu wirken. Warum ich dann nicht lieber nach 20 Tagen wiederkommen soll? Keine Ahnung, der Doc wird sich schon was dabei gedacht haben. Egal, ich mach lieber nen Termin nach 20 Tagen.

Heute: Komme nach 30 Minuten Wartezeit endlich dran. Fragt der Halbgott in Weiß mir gegenüber, was ich denn brauche. Was ich brauche? Naja ich sollte mit Ihnen nen Termin ausmachen! Das lässt ihn grübeln. Ob die Tabletten wirken? Ja, aber nicht so wie sie sollen. Hmm. Na dann machen wir doch mal ne Urinprobe.

Hier ist der Moment, wo ich aus der klassischen Der-Patient-als-Sandsack-Rolle rausschlüpfe. Wie Urinprobe? Ich hab doch letztes Mal in nen Becher geschifft. Er guckt verwirrt. Lang und breit erkläre ich ihm, dass ich bei der Urinstrahlprobe ein Becherchen gefüllt habe. Da hätte man als langjähriger Urologe drauf kommen können, dass man das nicht einfach wegkippt, sondern ins Labor schafft. Nein, nein, nein, werde ich aufgeklärt. Das war ja einfach nur so ein Gefäß! Nicht geeignet um den Urin testreif aufzufangen. Ich überlege kurz, und bin mir dann sicher, in einen dieser Becher gepinkelt zu haben, die es beim Aldi im 100er Pack für 0,79 Euro gibt. Und überhaupt müsse die Probe dem Mittelstrahl entnommen werden. Dem was? Anfangs- und Endurin unterscheiden sich anscheinend deutlich voneinander. Nur in der Mitte liegt die Quelle zur guten Analyse. Is klar. Also tu ich ihm den Gefallen, und stelle ihm noch ein Probe bereit. Da die Sprechstundenhilfe mit keinem Wort den Mittelstrahl erwähnt, frage ich nach. Sie hat sichtlich keine Ahnung, von was ich spreche. Einmal vollmachen bitte – sagt sie und reicht mir einen dieser Billig-Becher vom Aldi, in denen auf Uni-Partys der Cocktail gereicht wird.

Na auf das Ergebnis bin ich ja mal gespannt…

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ACTA, SOPA, PIPA

Ständig nehme ich mir vor, öfter Nachrichten zu sehen, eine Zeitung zu abonnieren und mich generell mehr auszukennen, mit dem, was in unserer Politik und Wirtschaft so vor sich geht. Doch in letzter Zeit fiel es mir überhaupt nicht schwer. Das Thema SOPA hatte es mir angetan. Es ist sicher nicht der erste Gesetzesentwurf, bei dem man sich an die Stirn fasste, und ernsthaft an der geistigen Potenz unserer Politiker zweifelte. Aber als realistischer PC-Spiele bin ich mir auch bewusst, wie gerne diese und ähnliche Themen zum Wahlkampf aus dem Hut gezaubert werden. Doch blickt man mal hinter die Fassade, des eigentlichen Ziels von SOPA & Co tun sich erschreckende Aufgründe auf, die JEDEN Menschen, der auch nur ein Fünkchen Interesse am Fortbestehen des Internets besitzt, interessieren sollten. Und umso mehr ich versucht habe mich mit meiner Umwelt über dieses Thema zu unterhalten, umso mehr stellte ich fest, dass die Leute

a) Keinen Plan hatten wovon ich rede und

b) sowieso der Meinung waren, dass man ja nichts dran ändern könne.

Zu b): *seufz* Ja, wir kennen das. Uns passt vieles nicht in den Kram. Mir zum Beispiel geht es partout nicht in den Kopf warum ich GEZ Gebühren zahlen soll, wenn ich sowohl Radio, als auch Fernsehen boykottiere und verabscheue. Mal ehrlich, letztens jemand nachmittags ZDF gesehn? Da geben sich Hobby- und Starköche in Sendungen wir “Topfgeldjäger” und “XYZ kocht” die Klinke in die Hand. Oder der Tatort. Schön und gut, den sehen wohl viele Leute, aber ich nicht. Warum also soll ich dafür zahlen, dass mit Bayern 3 und Antenne Bayern mir dieselben Lieder seit Jahren um die Ohren schmeißen?

Zurück zum Thema. Vielleicht kann man nichts an der Umsetzung ändern. Doch wenn es soweit kommen sollte, möchte ich wenigstens den Leuten klarmachen, womit sie dich da abfinden.

 

Stop Online Piracy Act (kurz SOPA)

Der Gesetzentwurf ermöglicht es Betreiber von Webseiten zu sperren und gerichtliche Verfügungen gegen diese zu erwirken, wenn diese Urhebergeschützte Inhalte aufweisen. Weiterhin müssen Suchmaschine diese aus ihrem Raster nehmen, Werbung darf auch nicht mehr dafür gemacht werden und Provider die gegen diese Seiten vorgehen wird Straffreiheit gewährt.

 

Anti-Counterfeiting Trade Agreement (kurz ACTA)

ACTA ist ein Abkommen welches weltweit geschlossen werden soll, welches vor allem auf Produktpiraterie abzielen soll. Werden Daten mit urheberrechtlich geschütztem Inhalt im Internet “kopiert”, so kann sowohl der Betreiber der Webseite, aber auch der Provider des Netzes dafür haftbar gemacht werden. Letzter wird auf eine Beihilfe-Funktion festgenaglet, der er sich nur entziehen kann, indem er selbst diese Seiten aus seinem Angebot nimmt.

 

Soweit zur groben Übersicht. aber was bedeutet das für uns? Worauf zielen diese Gesetze ab? Offiziell im Fadenkreuz sind Seiten die beispielsweise Kinderpornographie anbieten. Ebenfalls angegriffen werden Filme-Plattformen wie burning-series oder movie2k. Wie wir wissen, sind diese im Moment solange legal, solange die Betreiber Steuern zahlen und die Server in den richtigen Ländern, ohne entsprechende Gesetze stehen. Spinnen wir die Idee ein bisschen weiter. Serien gibt es nicht nur auf Seiten wie kinox.to oder ähnlichem, sondern auch unserem allseits geliebtem YouTube. Dieses es nämlich eh ein Knackpunkt. Wir alle haben am Beispiel kino.to gesehen, dass ein geschlossene Plattform nicht das Ende von Streaming bedeutet, sondern nur eine Verlagerung. Vielleicht mag auch der ein oder andere seine Meinung geändert haben, und nutzt nun keine solche Portale mehr.

Doch mit SOPA oder ACTA ist eine Webseite wie YouTube vielfältig angreifbar. Zum einen gibt es zahlreiche Serien, teilweise zerschnipselt, Millionen von Videos nutzen unberechtigerweise Musik und wir alle zeigen unerlaubterweise Markenartikel die eigentlich geschützt sind. Wenn also auf eurem selbst gefilmten Gitarrenvideo eines eurer eigenen Songs eine Cola-Flasche vorkommt, oder ein bestimmtes Auto, ist es ein Fall für die Zensur.  Damit aber sowas gar nicht erst ins Internet gelangt, sind eure Internetanbietet aufgefordert sämtliche Datenpakete die ihr rausschickt zu scannen und auf illegale Inhalte zu überprüfen. Solltet ihr also die Rihanna CD, die ihr legal im Laden erworben habt, einem Kumpel via Skype schicken, seid ihr dran. Verlinkt ihr auf Facebook auf eine Seite, seid ihr dran. Merkt ihr was?

Wir haben alle schon den Begriff Vorratsdatenspeicherung gehört. Auch dieser beschönigende Begriff kommt in den neuen Gesetzesentwürfen vor. Da ihr alle wisst, was er in der virtuellen Welt bedeutet, machen wir einfach mal einen Spaziergang nach draußen und überlegen, was dieses Gesetz in der Wirklichkeit bedeuten würde: Wenn ihr einen Brief von einem guten Freund erhaltet, reißt man diesen in einer zentralen Behörde auf, drei Mitarbeiter lesen ihn, scannen ihn nach Auffälligkeiten (und nicht etwa nur nach “Bombe”, “Terror” und “Heil Hilter”, sondern auch nach allem was es an verwertbaren Daten gibt) und kopieren ihn. Diese Kopie wandert ihn einen Aktenschrank, in dem alle Informationen über euch gespeichert werden. Seid ihr einmal in Verdacht etwas illegales getan zu haben, reißt man diese Schublade auf, um euch fertigzumachen. Da drinnen gibt es auch Tonbänder von euch, wie ihr private Geschichten Freunden am Telefon erzählt, wie lange und mit wem.

Überlegt euch mal ganz genau, ob ihr diese Art von Vorhaben passiv untersützen wollt. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und es gibt (wie auch in der realen Welt) Regeln, an die man sich hält. Doch die größte Erfindung des 21. Jahrhundert mit unfairen Restriktionen zu zensieren, zu beschneiden und in großen Teilen zu verbieten ist nicht nur falsch, sondern unfair. Wie hoch wären wohl die DVD-Verkäufe, wenn wir jedes Mal ins Kino müssten und 5 bis 10€ blechen müssten, um uns einen Film anzusehen? Wie bekannt wären wohl Bands, wenn wir sie nicht aus YouTube kennen würden, als Hintergrund-Musik zu einem x-beliebigen Video? Wie hoch wären die Verkaufszahlen von Videospielen, wenn wir nicht von Torrent-Seiten mal reinschnuppern könnten? Wie beliebt wären MMOs wenn Datenbanken verboten wären, da sie Inhalte des Spiels zeigen?

So wenig wie uns die Rechte an Bild und Ton gehören, genauso wenig gehören den Politikern die Rechte an dem Internet.

 

 

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Heute: Philosohie – Gedanken über Zeit

Wer sagt uns eigentlich was wir tun sollen? Und was noch viel wichtiger ist, wenn niemand uns sagt, was wir tun sollen, warum tun wir das eigentlich?

Der Frage habe ich mich in letzter Zeit öfters gewidmet. Generell denke ich viel nach, nicht dass ich die Zeit dazu hätte. Da ist zum einen mein großartiger Nebenberuf bei Gamestar, ein vielversprechendes Studium zum Grundschullehrer, eine Frau, die ich liebe, einen Freund, mit dem ich am liebsten nur zocken möchte, alte und neue Bekannte… Kein Wunder, dass ich mir mehr Zeit für all diese Bereiche wünsche.

Der Tag hat 28 Stunden.

Schwarze Dose 28 wirbt mit diesem ulkigen Slogan. Bei genauer Überlegung hat ein Tag 24 Stunden. Wer genau hinguckt, der muss feststellen, dass ein Tag sehr viel weniger Zeiteinheiten aufweist. Ein großer Teil geht für Schlafen drauf. Ich habe es früher schon verwunderlich gefunden, wenn auf weiblichen Teenie-Profile angegeben war, dass ihr Hobby unter anderem “Schlafen” sei. Man stelle sich das mal vor! eine Tätigkeit, die dir praktisch nichts bringt, die dir den halben Tag raubt, und wenn du zuviel von ihr bekommst, sogar ihren einzigen Vorteil – die Ausgeruhtheit – wieder nimmt!

Es gibt zwei Ebenen auf denen wir leben. Die eine ist die Alltagsebene. Themen die uns beschäftigen sind Essen, Schlafen, Hausaufgaben, Fernsehen. Die andere ist die Metaebene. In ihr sehen wir unser Leben, wie es wirklich ist, in ihr können wir kritisch unser Denken und Handeln beurteilen. Man sollte nie vergessen, von Zeit zu Zeit aus seinem Alltag aufzuwachen, und nachdenken, ob das was man tut sinnvoll ist, oder nicht. Ich behaupte mal ganz aus dem Blauen heraus, dass die berühmte Mid-Life-Crisis dann auftaucht, wenn man seit Jahren im Alltag gelebt hat, und zum ersten Mal seit langem wieder wach wird.

In einem wachen Moment habe ich gemerkt, dass ich einige Sachen ändern möchte, und nicht im Sinne von “Oh ich sollte was ändern.”, wie man den Ausspruch tausendfach rund um Sylvester herum hört. Ändern muss von der Metaebene ausgehen, ansonsten hat der Wunsch keine Auswirkung. Um meinen Wunsch ernst zu machen, ging ich zum Arzt. Der diagnostiziert das, was ich seit Jahren herumschleppe, von dem kaum einer weiß.Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung

Das Kind hat einen Namen. Es ist schwer sich regelmäßig aus seinem Alltag herauszureißen, in dem alles schon irgendwie okay ist, in dem man schon klarkommt, schließlich ist man daran ja gewöhnt. Nun ist es Zeit was anzupacken. Und damit man die Zeit überhaupt hat, wird nun ein neues Prinzip ausprobiert. In einem wissenschaftlichen Artikel über Schlafforschung ging es um die REM Phasen. Im Kurzen ging es darum, sich zwischen 4 und 8 Stunden Schlaf zu entscheiden, da diese die maximale Erholtheit garantieren. Mein Rücken erlaubt mir eh in der Regel keine 8 Stunden Schlaf, und daher probiere ich nun einfach die Hälfte.

Bisheriges Fazit: Ich bin begeistert. Wenn schon kein 28 Stunden Tag, dann wenigstens einer mit 20 Stunden Wachsein, statt nur 16. Vielleicht schaffe ich dann auch endlich mal meine Wohnung fertig aufzuräumen, sodass ich sie fotografieren und dann endlich bloggen kann. Wie auch immer, man liest sich.

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Scott Pilgrim Vs The World

Muss mich heute entspannen. Super Film angesehen, der alles hat, was ein Film braucht.

 

Liebe

Geeky Referenzen zu Videospielen

Musik

 

Definity anschauen!

Dazu gabs nen leckeren Drink, ich nenne ihn

Bombay Elder

 

Schuss Gin eins zu eins gemischt mit Schuss Holunderblütensirup

Aufgießen mit Eis und Wasser

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Fett am Arbeiten -Teil 7

Fertig. Einfach nur Fertig. Müll rausbringen, Wohnung putzen, wieder runterkommen. Blöd nur dass ich noch Zeug für die Uni tun sollte. Immerhin weiß ich jetzt, dass ich nicht zwingend faul bin. Ich brauch nur gute Motivation. Waschmaschine und Highend-Rechner ich komme…

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