Zwischen daheim, zuhause und dahoam

Zugfahren. Wie konnte ich nur vergessen wie sehr ich das hasse? Ich war im guten Glauben in Konstanz eingestiegen, ich sei auf alles vorbereitet. Habe ich Hunger, habe ich Sandwiches dabei, brauch ich was zu trinken, hab ich eine Kanne Tee dabei, gegen die Langeweile 2 Bücher, eine PSP, einen Gameboy, und für alle Fälle meinen Laptop mit einer Akkulaufzeit von 3h+ selbst im High Performance Modus. Und trotzdem… Die Zeit geht nicht vorbei, die Sitze sind unangenehm eng, die Vordersitze brechen die die Knie, das Kind vor dir wippt mit dem Stuhl, der alte Mann hinter dir schnarcht. Die 13 Minuten nach Radolfzell sind schnell vorbei, die 2 Stunden nach Ulm verbringe ich im Halbschlaf. Ulm, Bahngleis 2:

 

Der ICE nach München hat ungefährt 120 Minuten Verspätung.

 

Ungläubig glotze ich das Schild an. Die Anzeige KANN gar nicht richtig sein. Ein altes Mütterchen schaut aufs Schild, ich glaube sie kann die Schreckensnachricht gar nicht richtig lesen. Sie schüttelt den Kopf, murmelt was von Unverschämtheit. Ich glaube sie kann es doch lesen. Ich wechsle schnell den Bahnsteig erwische mit Glück noch einen Regionalzug, meine Reservierung kann ich streichen, kriege mit Müh und Not einen Sitzplatz. Andere ICE Reisende besetzen den einzelnen Waggon, bis dieser übervoll ist und endlich losfährt. Mit 60 Minuten Verspätung komme ich an, ich bin mit der Familie meines Jungen, Béla mit dem ich den Zivildienst verbracht habe, zum Abendessen verabredet. Béla ist mächtig froh mich zu sehen, mir gehts kaum anders.

 

Bin mit Béla heute morgen in die Schule gegangen. Von überall hagelt es Umarmungen und Händeschütteln. Ich bin erstaunt, dass ich doch so vielen in Erinnerung geblieben bin, auch außerhalb meiner Klasse. Gerade habe ich noch mit einem ehemaligen Zivikollegen und inzwischen gutem Freund zu Mittag gegessen, italienisch, Tortellini Panna. Vor einer Woche noch wäre so was gar nicht möglich gewesen. Vor einer Woche war ich noch per Wettschwur Veganer, aber dazu ein anderes Mal. Nun sitze ich aufgewärmt in meinem Münchner Lieblings Café-Franchise und genieße die Freuden meines Lebens, Musik und Kaffee (eiskalt, ich hab keinen Bock mehr auf Heißgetränke).

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Über mich

2 Antworten zu “Zwischen daheim, zuhause und dahoam

  1. Silke

    Willkommen im Winter^^ Und wie kann man Dich auch vergessen? Das geht doch gar nicht :-) Falls wir uns persönlich nicht mehr sprechen sollten wünsche ich Dir auf diesem Wege schonmal frohe Weihnachten und einen superguten Rutsch ins neue Jahr!! Aber vielleicht sehen wir uns ja auch doch nochmal online^^

  2. Dann hoffen wir mal, dass wenigstens die Weiterreise ohne Probleme abläuft! Viel Spaß noch in Minga, bis morgen :-)

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