Einmal Ostallgäu und zurück

Die Wiedersehensfreude war groß. Ich kann gar nicht genau sagen, wer glücklicher war, die Kinder oder ich. Letzte Woche Montag ging es los, mit meiner ehemaligen Schulklasse ins Schullandheim. Ich ausnahmsweise mal in der Funktion als Betreuer, mal ganz ernst. Was mir nicht immer leicht fiel. Zusammen mit meiner Nachfolgerin, FSJlerin statt Zivi, für mein Schulkind, dem Klassenlehrer und 18 wilden Bälgern ging es früh morgens los, Richtung Berge, Richtung Alpen.

Auf dem Aktivitätsprogramm stand vor allem Wandern. Weswegen ich früher am liebsten Rotz und Wasser geheult hätte, machte mir plötzlich große Freude, was vor allem an der großartigen Gegend lag. Ich hätte mir das Allgäu mehr wie den bayrischen Wald vorgestellt, nur irgendwie war vieles lichter, schöner und zum ersten Mal habe ich ansatzweise erleben können, welches Glück es ist, von der Stadt mal aufs Land zu kommen.

Gleich bei unserer ersten größeren Wanderung durfte ich als das Phänomen „Abkürzung“ erleben, diesmal aus Sicht einer Aufsichtsperson. Man kommt an eine Abzweigung, es gibt zwei weiterführende Wege, doch auf keinem steht die Alm, zu der man hinmöchte. Der Eine will links, der Andere rechts. Nach Murphys Gesetz, KANN man bei so einer Entscheidung nur die Falsche treffen und so auch bei uns. Und so wurde nach 20 Minuten Gehens, eine „Abkürzung“ gefunden, die seltsamerweise fast schon einer 180° Wende nahe kommt.

Die Länge der insgesamten Wanderung betrug dann statt 3,5 annhähernd 5,5 Stunden. Klar, dass das mein kleiner Junge nicht mitmachen konnte. Er und seine neue Schulbegleiterin fuhren später mit dem Auto nach. Auf der Alm angekommen, spielten die Jungs wieder Fußball, und die Mädels begannen ihrem Hobby nachzugehen: wegen Heimweh quengeln. Aber die anstrengende Rückwanderung vertrieb schnell ihre Gedanken an zuhause, und beim Spielen auf einer Hängebrücke waren wieder alle glücklich.

Beim nächsten Ausflug ging es dann für Bela im Buggy voran, den die Kinder abwechselnd schoben, oder sich selbst schieben ließen und Bela ging zu Fuß.

Am letzten Abend gings dann rund. Erst eine kleine Gruseleinlage, eine Geschichte über den schrecklichen bayrischen Wolpertinger, und eine anschließende Nachtwanderung, bei der ein geschicktes junges Kerlchen bei jeder Menge Mondlicht (war sogar Vollmond) trotz Warnung in ein kleines Bächlein fiel.

Anschließend gabs noch eine nette kleine Disco, bei der DJ Moritz natürlich auflegen durfte, und so konnten die Kinder mal eine Musikwelt abseits von Donickl & Konsorten erleben, was ihnen glaub ich auch ganz gut gefallen hat.

Tja, was soll man sagen, die Woche ist leider echt schnell rumgegangen, hat ne Menge Spaß gemacht und mir nochmal ein wenig klargemacht, dass sollte es mit meinem Information Engineering Studium nichts werden, dann hätte ich im Lehrberuf für die Grundschule ziemlich gut Karten.

A propos Studium, am 4. Oktober gehts los mit meinem Brückenkurs Mathe (*bibber/zitter*) und am 30. geht mein Umzug los. Es stapeln sich hier schon die Umzugskisten, und langsam wird einem klar, was man alles in München zurücklässt. Aber man ist ja nie aus der Welt, wenn auch bald aus der EU.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Über mich

2 Antworten zu “Einmal Ostallgäu und zurück

  1. derPapa

    Super Beitrag – vielen Dank für die Teilnahme an der Klassenfahrt. Dein Plan „A“ – das klappt schon und auch Plan „B“, die Grundschule, scheint ja nicht ganz schlecht. Für Deinen Umzug wünscht Dir hilfreiche Hände

    derPapa

  2. Na, dann drücken wir mal ganz doll die Daumen für Deinen Start!
    Einen Wohnsitz bei den Indianern ist auch nicht ohne, das wirst Du noch merken.
    Und die EU-Aussengrenze kann problem- und schmerzlos überschritten werden. Es sei denn, Du kommst mit der Kavallerie – dann…
    Liebe Grüsse
    Billi

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