Mein tägliches Brot

Ich weiß, ich weiß, ich schulde euch Geschichten aus der Türkei, aber mal ganz ehrlich, es gibt wichtigeres als Turi-Berichte. Essen zum Beispiel.

Und was gehört zu einer leckeren deftigen Mahlzeit dazu? Richtig, Brot. Leser des Blogs meiner Mutter, wissen, wie sehr ich brotverwöhnt bin. Dass man Brötchen oder andere Backwaren vom Bäcker kauft, ist zu hause unüblich! Aber was tun, wenn man aus Hotel Mama ausgezogen ist, und man selbst kein großer Selber-Bäcker ist? Zum Glück habe ich den fantastischsten Laden Münchens in meiner direkten Nachbarschaft. Unter dem schönen Namen

„Giesinga G’miasladl“

verbirgt sich zum einen ein talentierter Bäcker mit zahlreichen Brotsorten, die aus Eigenproduktion stammen, aber auch ein toller Obst- und Gemüseladen, der selbst Sonntags um 13 Uhr noch offen hat. Heute wars mal wieder soweit, ich gehe hin im Glauben ein Toastbrot dort zu kaufen. Beim Blick auf das halbleere Regal änder ich aber schnellstens meine Strategie. „Mei was hamms denn no do, i brauchat nämlich an Laib Broad!“ Zugegeben, die Strategie, Einheimische in ihrer Sprache anzureden ist nicht neu, zieht aber immer wieder. „Meiiiiiiii“ sagt die Bäckersfrau („Mei“ ist unser beider Lieblingswort, vergleichbar mit dem englischen „well“ oder mit dem hochdeutschen „pfffff“, das alles irgendwie keinen echten Sinn hat, loswerden tut mans aber trotzdem immer wieder) „I hob eytz nimma fui do… a gwürztes Bauernbrot, oder oans wos ned gwürzt is, oder ober a scheens dunkles Malzbrot…“ Mir fällt die Wahl echt schwer, und mir ist klar, dass ich nur drei Euro dabei hab. Selbiges sag ich ihr auch. „Meeiiiii (da ist es wieder!), des mocht doch nix! Schauns:“ sprach sie, schneidet überall ein gutes Eck herunter, verpackt es blitzschnell, steckt die Produkte in eine große Tüte, in die sie auch noch zwei Zwiebelsemmeln packt. „Se meng doch Zwiefeen, oda? Also, dankeschee, und mia seng ma uns jo sicha am Sunnta wieda?! Aiso scheena Dog no!“

Tja, jetzt sitz ich hier, mit gefühlten 3kg Brot… Aber das krieg ich irgendwie schon hin…

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Über mich, Food

7 Antworten zu “Mein tägliches Brot

  1. Chris

    „Meiiii…“ oder besser: „Mann sieht das lecker aus!“
    Ein hoch aufs Giesinder G’miasladl, den geilsten Bäcker im südlichen Deutschland.
    Ich komm dich bald mal wieder besuchen, aber glaub ja nicht wegen dir ;)
    lg Chris

  2. Bwaha

    Armer Momo ;D

  3. Mit so einem Laden in der Nähe hätte ich sicher nicht so gut Brot backen gelernt ;-)

  4. Dir fällt bestimmt was ein. Ich erinnere mich dunkel an einen kleinen Bruder, der mich mal verarscht hat, weil die große Schwester sich zwangsläufig 1 Woche lang von Zucchini ernähren musste…

  5. :-X

    oh… ohhhh… ich erinnere mich, allerdings kann ich zur verteidigung sagen, dass ich mit Stefans Hilfe („kann ich bissl Brot für mei Veschper haben?“) schon ganz gut an dem Berg arbeite :)

  6. Wie herzig! Das war aber lieb von der Meiiiiiierin.

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