Von Klingen, Regen und Blut

Was für ein Wochenende! Wie angekündigt war ich am Wochenende auf dem Schlachtencon Boltares 4. Und wie ebenfalls vom Wetterbericht angekündigt, regnete es bei der Ankunft auf dem Gelände in Wiesenfelden. Es regnete übrigens auch, als wir das Zelt aufstellten. Und als wir uns spät nachts ins Zelt legten. Und als wir früh morgens aufstanden sollten. Und auch am nächsten Tag. Und den Nächsten. Aber alles von vorne:

Mit drei Autos fuhr unsere Larp-Gruppe, die Ascalonier, zum Con-Gelände, einer schönen Gegend im bayrischen Wald mit zwei Futterwiesen, einer Taverne und einem großen Waldstück als bespielbarem Gelände. Unsere nicht ambiente tauglichen Aldi Zelte bauten wir geschwind auf, der Regen hat uns doch arg bedrängt, aber als der Pavillion stand, war es im leichten Dauerregen schon um einiges besser auszuhalten. Gegen Abend hin hielt die für uns nicht-Spieler (NSCs = Leute mit festen Rollen und vorgegebenen Handlungen) Spielleitung (SL auch gerne Esel) einen kleinen Vortrag, in dem es hauptsächlich um regeltechnische Fragen ging, was erlaubt sei, und was nicht. Dann wurden wir mit unserer ersten Aufgabe betreut, wir, als Untote maskiert, sollten während die Spieler durch den Wald stapften, ihr künftiges Zeltlager in Beschlag nehmen, bis sie diese es befreien können. Zwei Stunden im Regen später, griffen wir dann abermals, etwa gegen 3 Uhr nachts das Spielerlager an, verkleidet als Schatten. Von uns wurden diese dargestellt, durch komplett schwarze Kleidung inklusive Sturmmasken, an welche in Höhe der Augen zwei Knicklichter geklebt waren.  Nachdem wir die Hälfte des Weges im Dunklen durch den schlammigen Wald mit kaum Licht wateten, griffen wir endlich an. Um dem ganzen den nötigen Effekt zu geben, kündigte zum einen eine Panzerabwehrgranate unser kommen an, sowie bengalisches Feuer, was mit einem Riesenknall gezündet wurde. Durch ein brennendes Tor huschten wir auf das Lager zu, und alles was die Spieler in dem Moment sahen, waren 40 Paar Knicklichter, die sie in der Dunkelheit umringten. Zwei Stunden lang, bis zum Morgenrot griffen wir stakkatoartig an, während wir im Schutz der Dunkelheit ein Ritual durchführten, welches uns ermöglichte den Sonnenaufgang zu überleben. Vielleicht war es die Zeit, vielleicht die schreckliche Finsternis, aber der Sieg für uns Schatten war klar, bis zum Morgengrauen, war das Ritual nicht gestört worden, die erste Schlacht hatten wir gewonnen.

Viel Zeit zum Schlafen blieb nicht, um 9 Uhr standen bereits die NSCs am Fundus an, als Bögen herausgegeben wurden. Auf unserer Wiese übten wir die Grundzüge des Larp Bogenschießens. Erwähnenswert sind hierbei, dass die Köpfe der Pfeile aus etwa faustrgroßen Schaumstoff bestehen, so dass ein Treffer nur in den seltensten Fällen echten Schaden anrichtet. Geschossen wird bevorzugt direkt, ein ballistisches Schießen sieht zwar schick aus, aber einem derart hoch geschossenen Pfeil auszuweichen schafft jeder. Nach unserem „Guten Morgen!“-Angriff begann wieder die übliche Mischung aus, Umziehen, Briefing für die nächste Schlacht/Scharmützel und dem Lagerleben der NSCs, das aus dem ein oder anderem Bier (mit zuviel Alkohol im Blut kämpft man nicht!), Feuermachen und Kochen besteht. Achja, dabei regnete es selbstverständlich. Non Stop.

Beim Larp Kämpfen geht es vor allem um eines: Ausspielen von Treffern. Natürlich tun 90% der Treffer nicht weh, oder schmerzen, aber gerade deswegen muss man genau DAS spielen, und zwar möglichst gut. Verletzte Spieler humpeln und tote NSCs fallen hin. In einem Mix aus nassem Gras und dreckigem Matsch kostet einen das ganz schön Überwindung. Wenn man es jedoch hinbekommt, ist man ein Star. Nur so macht es beiden Seiten Spaß, und immerhin gibt es in den Gemeinschaftszelten viele Möglichkeiten um sich und seine Kleidung wieder aufzuwärmen.

Eine besondere Aktion sei vielleicht noch zu erwähnen, besonders aufgrund der Tatsache, dass es draußen gerade mal 7 Grad hatte und dazu den ewig währenden Dauerregen. Als die SL wieder einmal hereinschneite und fragte, ob ein paar von uns bereit seien, sich unten im Spielerlager mit einigen anderen im Matsch zu Zweikämpfen herausfordern zu lassen, sagten gleich einige zu. Ganz klares Lob hier an die mutigen NSCs und die begnadeten Schminkkünste.

Alles in allem war es ein tolles Erlebnis und ich freue mich bereits auf mein nächstes Larp, vorraussichtlich Anorien 13 – Wo die Dämonen schön wohnen.

Und hier der Link zu allen Bildern vom Con in meinem Webalbum.

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Über mich, Rollenspiel

7 Antworten zu “Von Klingen, Regen und Blut

  1. Uff! Auf dem ersten Foto siehst du so aus, als würdest du beim Papa in der Sportgruppe eine gute Figur machen *ggg*

    Für’s nächste Mal wünsche ich dir ganz viel Sonne und keine Zecken!

  2. Gok

    War schon ein feiner Con und danke fürs verewigen meiner pitsch nassen Schuhe beim trocknen ^^

    lg Daniel aka Gok der Goblin

  3. derPapa

    Super Fotos. Danke fürs Mitnehmen in diese doch etwas exotische Freizeitbeschäftigung. Beim nächsten mal hoffentlich Sonnenschein wünscht derPapa

  4. Schöner Bericht und coole Fotos, da siehst du richtig .. öhm.. authentisch aus

  5. Anorien 13? Sehr schon. Dort werden wir auch sein, wenn ich auch diesesmal nicht koche. Ausnahmsweise ;-)

  6. *gg* Sieht ganz danach aus, als wäre meine Gugel kräftig eingeweihnt und v.a. getauft worden. Mit echtem Bayerwaldwasser, na wenn das mal nix ist!

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